Bürgermeister Uwe Schmalenbach und die Stellvertreterin des Plettenberger Bürgermeisters Martina Reinhold gratulieren zum 100jährigen Vereinsjubiläum
Unsere Mitarbeiterin Mareike Bornemann besuchte am Wochenende das 100-jährige Jubiläum des Kaninchenzuchtverein Eintracht Plettenberg-Herscheid. Ein "Standard"-Termin, der sie besonders beeindruckte:
HERSCHEID "Als ich meine Wochenendtermine in der Redaktion der Heimatzeitung entgegennahm, war alles wie immer. Basare, Jahreshauptversammlungen - nur eines war etwas außergewöhnlich: Der Kaninchenzuchtverein W 527 Eintracht Plettenberg-Herscheid feiert sein 100-jähriges Bestehen im Rahmen einer Bezirksschau in der Schützenhalle.
Dass ein Verein Höhen und Tiefen erlebt und dann so ein Jubiläum feiern kann, ist etwas Besonderes. Da wundert es nicht, dass auch Herscheids Bürgermeister Uwe Schmalenbach und die Stellvertreterin des Plettenberger Bürgermeisters, Martina Reinhold, am Samstagabend gratulierten.
Aber mit dem Thema "Kaninchen" als solches hatte ich bis dahin keine Berührungspunkte. Etwas ratlos begab ich mich am Samstagabend also unter die stolzen Kaninchenzüchter.
Über 14 Vereine des Bezirks Iserlohn-Altena waren vertreten. 470 Kaninchen saßen in ihren Ausstellungskäfigen und stellten sich den Augen der Preisrichter, die Körperform, Fellbeschaffenheit und Gewicht genau unter die Lupe nahmen.
Sofort war ich überwältigt von der Vielfältigkeit dieser Tiere. Es gibt große, kleine, langhaarige, kurzhaarige, mit und ohne Hängeohren. Sogar die Augenfarbe variiert. Rot, blau und braun. Alles ist vertreten. Besonders begeisterten mich die Angorakaninchen mit ihrem weißen, weichen Fell.
Das Tier, welches ich im Auge hatte und mein Herz sofort im Sturm eroberte, war mindestens dreimal so groß, wie der Zwergdackel meiner Eltern. Auf dem Schild am Käfig las ich die Aufschrift "Angora weiß, Rotauge". Entschlossen suchte ich den nächst greifbaren Züchter. Dieses Kaninchen wollte ich genauer betrachten.
Als Tobias Schröder das Tier mit den ziemlich langen Ohren aus dem Käfig holte, waren wir sofort von einigen Kindern umringt, die nicht weniger begeistert waren, als ich. "Dieses Kaninchen wiegt 4500 Gramm. Wenn es geschoren ist, sieht es aber viel kleiner aus", erklärte Schröder. Die Angoras seien noch immer Wolllieferanten, allerdings nicht mehr in dem Masse, wie zum Beispiel zu Kriegszeiten, erzählte er weiter. Er selbst gehöre seit sieben Jahren dem Verein an, züchte allerdings blaue und graue Wiener und deutsche wildfarbige Kleinwidder. Auf mein Nachfragen machte er keinen Hehl daraus, dass die Tiere, die nicht zur Zucht verwendet werden, natürlich geschlachtet werden.
Obwohl mich diese Aussage ein wenig betroffen machte, sehe ich natürlich ein, dass Kaninchen letztendlich Nutztiere sind. So muss man es als Züchter wohl auch sehen, wenn man bestrebt ist, sich bestmöglich um alle Tiere zu kümmern und den eigenen Bestand überschaubar halten muss.
Ich jedenfalls werde auch die nächste Kaninchenausstellung wieder besuchen und mich an den Tieren erfreuen."
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